14. Juni 2026
Lokales Energie-Monitoring vom Display bis zum iPhone
Photovoltaik ist im Alltag am spannendsten, wenn sie nicht in einer Hersteller-App verschwindet. Die lokale SENEC-WebUI und die native PV-App machen aus den Live-Daten der Anlage ein eigenes Energie-Cockpit: groß genug für ein Wanddisplay im 16:9-Vollbild, kompakt genug fürs iPhone und offen genug, um Wallboxen, Statistiken und spätere Erweiterungen einzubinden.
Überblick
Der Kern der Architektur ist bewusst einfach: Die WebUI spricht mit der SENEC-Anlage, normalisiert die Daten und stellt stabile HTTP-Endpunkte bereit. Die iOS-App greift nicht direkt auf die Anlage zu, sondern nutzt genau diese WebUI als lokales Backend.

Die Startseite ist der Einstieg in die WebUI: Dashboard, Wallbox und Statistik sind bewusst als großflächige Touch- und Display-Ziele angelegt.
/viewerHoriz: Live-Text, Wirtschaftlichkeit und Energiezustand, ausgelegt für einen 16:9-Screen.
/viewerChargeVert reduziert die WebUI auf den Batteriestatus – ideal für ein zweites Display.
Die WebUI ist eine Next.js-Anwendung mit React, Prisma, SQLite und optionaler RTSP-zu-MJPEG-Brücke. Sie liest die SENEC-Livedaten serverseitig über /lala.cgi, damit Cookie-Handling, selbstsignierte Zertifikate und das spezielle Antwortformat nicht im Browser landen.
SENEC liefert viele Werte als typisierte Strings wie fl_..., u8_... oder st_.... Das Modul lib/senec.ts dekodiert diese Rohdaten rekursiv und bildet daraus einen kleinen, stabilen Snapshot:
batteryLevelPercent – Ladestand des SpeichersbatteryPowerW – Lade- und EntladeleistunggridPowerW – Netzbezug bzw. EinspeisunghousePowerW – aktueller HausverbrauchinverterPowerW – Leistung des WechselrichtersDamit arbeitet die Oberfläche nicht mehr gegen das Rohformat der Anlage, sondern gegen eine klare Struktur. Das macht die UI robuster und vereinfacht auch die mobile App.
WebUI-Routen
Die WebUI ist nicht nur eine einzelne Dashboard-Seite. Sie bringt mehrere Routen mit, die je nach Einsatzort anders gewichtet sind – vom schnellen Blick aufs Wanddisplay bis zum geschützten Adminbereich.
Start-Dashboard mit Navigation zu Wallbox und historischer Statistik.
Showroom-Viewer für große Displays, auch als 16:9-Vollbild sinnvoll.
Querformat-Displayroute mit Energiefluss-Modul und optionalem Kamera-Panel.
Hochformat-/Akku-Viewer mit stark reduziertem Fokus auf den Speicher.
Historische Energiewerte für Tag, Woche und Monat plus CSV-Export.
PIN-geschützte Tablet-Steuerung für Lademodi und Wallbox-Kommandos.
Übersicht und Einzelansichten der konfigurierten RTSP-Streams.
Geschützter Bereich für Laufzeiteinstellungen, OCPP, Nutzer und Sessions.
Performance
Der Serverteil kümmert sich nicht nur um den Abruf der Anlage, sondern auch um Cache und Request-Deduplizierung: Mehrere gleichzeitige Leser teilen sich denselben Upstream-Request, und bei kurz veralteten Daten liefert die API sofort den letzten Snapshot und aktualisiert im Hintergrund. So schlagen Wanddisplay, Browser, iPhone und Widget nicht alle parallel auf die Anlage ein – die WebUI wird zur lokalen Sammelstelle, die Last nimmt und trotzdem frische Werte liefert.
Auswertung
Neben den Momentwerten speichert die WebUI Energiedaten dauerhaft in SQLite. Prisma übernimmt den Datenzugriff, während die Statistikschicht Einspeisung, Netzbezug, vermiedene Stromkosten und Preisannahmen zusammenführt.

/statistics nutzt den breiten Bildschirm gut aus: Zeitraumwahl, Aggregation, Kostenannahmen und Charts liegen nebeneinander statt untereinander.
Drei Betrachtungen
Tag
15-Minuten-Mittelwerte für den Detailblick.
Woche
Stundenmittelwerte für den Wochenverlauf.
Monat
Tagesmittelwerte für den langen Überblick.
Export
CSV und JSON für Auswertung und Automatisierung.
Wallbox & OCPP
Die WebUI bringt einen OCPP-1.6-WebSocket-Server mit: Wallboxen verbinden sich über eine konfigurierbare OCPP-URL, Stationen und Nutzer lassen sich verwalten, Ladesitzungen werden mit Leistung, Energie und Dauer erfasst. Für die Steuerung gibt es vier Modi – in WebUI und App.
full_release
Laden wird voll freigegeben.
pv_surplus
Laden orientiert sich am PV-Überschuss.
dynamic_min_grid
Netzbezug wird klein gehalten.
manual
Ein fester Stromwert wird gesetzt.
Bedienung
Die Route /wallboxes ist bewusst vom Adminbereich getrennt und für die Tablet-Bedienung gedacht. Steuerfunktionen schützt eine kurze PIN-Session, während der Adminbereich passwortgeschützt bleibt.

/wallboxes ist für die Tablet-Bedienung gedacht und schützt Steuerfunktionen über eine kurze PIN-Session.
iOS-App
Die SwiftUI-App ist keine zweite Datenquelle – sie nutzt die WebUI als Backend und ruft deren Endpunkte ab (u. a. /api/senec, /api/statistics, /api/wallboxes/status). Sie muss nicht wissen, wie SENEC-Cookies funktionieren oder wie fl_-Werte umgerechnet werden, und kann sich auf eine gute native Bedienung konzentrieren.

Die SwiftUI-App zeigt dieselben Live-Werte nativ: Batterie, PV, Hausverbrauch und Netzstatus in einer iPhone-optimierten Ansicht.
Die Statistik-Ansicht nutzt Swift Charts und bleibt nah an den Aggregationen der WebUI.
Wallbox-Steuerung ist vorhanden, wird aber erst nach PIN-Session freigeschaltet – hier bewusst neutral.
Ausblick
Das iOS-Projekt geht über die reine iPhone-App hinaus. Auf einer gemeinsamen Grundlage – einem über eine App Group geteilten DashboardSnapshot – entstehen mehrere Einstiegspunkte in dasselbe lokale Energiesystem.
WebUI
Für Wanddisplay, Browser und Admin.
iPhone-App
Für mobile Live-Werte und Steuerung.
Watch-App
Für schnelle Checks am Handgelenk.
Widget
Für den Homescreen.
App Intent
Für Kurzbefehle und Systemintegration.
Über diesen Artikel
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